GCLS Schülerarbeiten im Heimatmuseum ausgestellt

 

Erzwungene Wege, Auswanderung und Flucht aus Ober-Ramstadt im 19. und 20. Jahrhundert 

Eng wurde es am Sonntag im Museum Ober-Ramstadt. Das Interesse an der Ausstellung “Erzwungene Wege – Auswanderung aus Ober-Ramstadt vom 18. bis zum 20. Jahrhundert hatte

Einmal durch ganz Europa, dann Ägypten, Palästina und die USA sind die Stationen einer Flucht.

Pässe zeugen von einer langen Flucht: Berthold und Marie Louise Wartensleben, seine Frau. Seit Ende 1933 flohen sie durch die halbe Welt, um dann 1939 endlich in der USA anzukommen.

zahlreiche Besucher zur Eröffnung gelockt. Museumsleiter Otto Weber, der nach 50 Jahren im kommenden Monat sein Amt abgeben will, hatte die Besuchet begrüßt. In die eigentliche Ausstellung führte der designierte Nachfolger Matthias Rhode ein.  Zuvor stimmte Jürgen  Poth von “Guggugg” auf das Thema musikalisch ein. Matthias Rhode versuchte die Beweggründe für die verschiedenen Auswanderungswellen darzustellen.  Zu seinem Bedauern konnte er nicht genau ermitteln, wie viele Ober-Ramstädter ausgewandert waren und deren verschiedenen späteren Wohnorte. Die Auswanderung aus Ober-Ramstadt gliederte sich im Wesentlichen in drei Teile. Der erste Schub ging Richtung Ungarn, der zweite kam wegen wirtschaftlicher Gründe in Gang mitdem Hauptziel Amerika.

Anfassen erlaubt! Schüler der GCLS gestalten Ausstellungsteil über Flucht und Deportation der Ober-Ramstädter Juden nach 1933

Der dritte Ausstellungsteil zur Flucht  aus Nazideutschland entstand im Wesentlichen durch die regionalgeschichtliche Forschung vieler Schüler der GCLS in Ober-Ramstadt in den letzten Jahren. In der Ausstellung werden viele Flucht- und Vertreibungsgeschichten Ober-Ramstädter Juden dokumentiert.  An zahlreichen persönlichen Beispielen, unter anderem der von Julius Bendorf und Abraham Wartensleben, werden individuelle Schicksale erzählt. Pässe und Dokumente erzählen von den schwierigen, fast unmöglichen Bedingungen einer Flucht. Ein Deportationskoffer, der dazu einlädt Dokumente, nachgestaltete Pässe und Objekte einer Deportation anzuschauen und auch anzufasssen, erzählt über den letzten erzwungenen Weg vieler Ober-Ramstädter jüdischer Bürger. Die Situation vieler Flüchtlinge aus Ober-Ramstadt während der NS Zeit kann teilweise mit der Situation zahlreicher Menschen heute außerhalb Europas verglichen werden. Heute wie damals sind die Grenzen für Flüchtlinge zumeist schwer zu überwinden und viele Staaten verschließen ihre Grenzen von den Verfolgten dieser Welt, betonte Harald Höflein, Lehrer an der Lichtenberg- Schule.

Am helllichten Tage: Der Deportationskoffer, mit der Nachbildung zahlreicher Originaldokumente.

Die Ausstellung kann noch bis Juli 2014 im Heimatmuseum besichtigt werden.

( Zusammenfassung des Berichts in den Odenwälder Nachrichten vom 12.02.2014)

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